Selbstandige unterschatzen einen Mechanismus fast immer: Das Geld, das auf dem Konto liegt, gehort nicht vollstandig ihnen. Ein Teil davon ist fur das Finanzamt reserviert. Wer das ignoriert, erlebt spatestens im April eine unschone Uberraschung.
Das Konto war voll, die Steuernachzahlung auch
Im dritten Jahr meiner Selbstandigkeit erhielt ich eine Steuernachzahlung von uber 8.000 Euro. Das Geld war nicht weg, aber auch nicht reserviert. Ich hatte es in neue Ausrustung investiert. Die Logik dahinter war einfach und falsch: Wenn das Konto gefullt ist, kann ich mir etwas leisten.
Ein funktionierendes Budget hatte mir gezeigt, dass ein fixer Prozentsatz jeder Zahlung direkt auf ein separates Steuerkonto fliessen muss. Nicht irgendwann, sondern sofort beim Eingang.
Was ein Basisbudget fur Freelancer braucht
Das Modell muss nicht komplex sein. Vier Kategorien reichen als Einstieg:
- Betriebskosten: Alles, was zur Leistungserbringung notwendig ist
- Steuer- und Sozialversicherungsrucklage: pauschal 30 Prozent jeder Einnahme
- Notfallpuffer: mindestens zwei Monatsausgaben auf separatem Konto
- Investitionsbudget: nur aus dem, was nach den ersten drei Kategorien ubrig bleibt
Ein Budget zu fuhren bedeutet nicht, jeden Cent zu uberwachen. Es bedeutet, die grossen Fehler zu verhindern, bevor sie entstehen.
Warum das so selten gemacht wird
Budgetplanung wirkt beim Start abstrakt. Einnahmen sind unregelmassig, Ausgaben schwer vorhersehbar. Aber genau deshalb ist eine Struktur notwendig: nicht weil alles planbar ist, sondern weil Kategorien helfen, chaotische Einnahmen sinnvoll aufzuteilen.
Wer das im ersten Jahr einubt, entwickelt ein Gesprur fur Zahlen, das spater kaum zu ersetzen ist.
